Unser erstes Jahr als digitale Nomaden

Das erste Jahr als digitale Nomaden

Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Heute vor genau 365 Tagen haben wir unsere Reise als digitale Nomaden begonnen – mit nichts als zwei kleinen Rucksäcken und einem One-Way-Ticket nach Bangkok. Seither haben wir 13 Städte in vier Ländern bereist, in 34 verschiedenen Betten geschlafen und nie länger als einige Wochen an einem Ort gelebt. Unser erstes Jahr war wunderschön und voller unvergesslicher Erinnerungen!

Wir haben Weihnachten am Strand gefeiert, haben Himmelslaternen steigen lassen, uns mit glücksbringendem Wasser und Babypuder bewerfen lassen, waren bei Vollmond schwimmen und haben viel zu viele Tempel gesehen. Wir haben all unsere Kreditkarten und Unterlagen verloren (und wieder gefunden), haben Flüge für den falschen Monat gebucht und zu selten zu Hause angerufen.

Auch wenn das Leben ohne festen Wohnsitz nicht einfach ist und viele neue Herausforderungen mit sich bringt, war die Entscheidung für uns auf jeden Fall die Richtige. Ein Rückblick auf unser erstes Jahr als digitale Nomaden und ein Ausblick auf das nächste Jahr.

Unsere Route

Schon bevor wir aufgebrochen sind wussten wir, dass wir unsere Reise langsam angehen würden. Statt möglichst viele Länder abzuhaken und von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu hüpfen, wollten wir uns lieber für einige Wochen am Stück an einem Ort niederlassen. Die Nachbarschaft kennenlernen, das lokale Essen ausprobieren und verstehen, wie die Menschen ticken. Auch für unsere Arbeit ist es unabdingbar, dass wir ausreichende Zeit der Sesshaftigkeit einplanen, denn es dauert immer einige Tage, bis wir uns an einem neuen Ort zurechtgefunden haben und uns wieder voll auf die anstehenden Projekte konzentrieren können.

Angefangen hat unsere Reise in Thailand, wo wir durch vorab beantrage Touristen-Visa mit dreifacher Einreise (und zwei Verlängerungen) insgesamt acht Monate bleiben konnten. Den Großteil dieser Zeit haben wir in Chiang Mai verbracht und können die Stadt als Startpunkt für digitale Nomaden nur empfehlen. In Chiang Mai findest du ohne Probleme eine komfortable Wohnung und es gibt eine große Vielfalt an guten und günstigen Restaurants, Cafés und Coworking-Spaces, die dir den Einstieg sehr leicht machen werden.

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Kinder in traditioneller Bergvolkleidung am Doi Suthep in Chiang Mai, Thailand
Kinder in traditioneller Bergvolkleidung am Doi Suthep in Chiang Mai, Thailand

Da für unsere Visa nach drei Monaten in Thailand eine Ausreise vorgeschrieben war, haben wir einen kurzen Urlaub in Vietnam eingeschoben. Knapp zwei Wochen lang sind wir durch das Land gereist und haben Ho Chi Minh City, Da Nang, Hoi An und Hanoi besucht. Wirklich warm geworden sind wir mit Vietnam leider nicht (auch weil es im Dezember echt kalt war), aber zwei Wochen waren vielleicht auch einfach zu kurz für mehr als einen ersten Eindruck.

Arbeiterinnen mit typischem Reishut in Hanoi vor dem Turtle Tower
Arbeiterinnen mit typischem Reishut in Hanoi vor dem Turtle Tower

Wieder zurück in Thailand haben uns meine Eltern für einige Wochen besucht. Während dieser Zeit haben wir deutlich mehr unternommen und besichtigt, als wir es alleine getan hätten. Gemeinsam haben wir Weihnachten auf Koh Phangan verbracht, waren an Silvester in einem schwimmenden Hotel am River Kwai und haben die historischen Tempel und Ruinen im UNESCO-Weltkulturerbe Ayutthaya besucht.

Wir Beide mit meinem Vater vor dem liegenden Buddha in Ayutthaya
Wir Beide mit meinem Vater vor dem liegenden Buddha in Ayutthaya

Weiter ging es für uns nach Koh Lanta, einer kleinen Insel im Süden Thailands mit überwiegend muslimischer Bevölkerung, wo uns dann auch Sörens Familie besucht hat. Hier haben wir insgesamt zwei Monate lang gelebt und das ruhige Inselleben ausgekostet. Abgesehen vom etwas eintönigen und überteuerten Essen war Koh Lanta eine der schönsten Stationen auf unserer Reise.

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Longtail-Boote vor Koh Lanta
Longtail-Boote vor Koh Lanta

Die nächste Etappe unserer Reise war Indonesien. Zwei Monate lang haben wir in Ubud auf Bali gelebt und dabei einen so hohen Lebensstandard genossen wie noch nie zuvor. In Penestanan, einem Ort etwas außerhalb von Ubud, konnten wir uns sogar ein eigenes kleines Häuschen mit Garten und Pool leisten – mitten in den Reisfeldern. Obwohl unsere Ausgaben in Ubud vergleichbar mit denen in Thailand waren, hatten wir das Gefühl auf Bali mehr für unser Geld zu bekommen. Auch das Essen hatte eine unschlagbar hohe Qualität. So gesund und lecker! Leider hatten wir im Voraus keine Visa beantragt, weshalb wir nicht noch länger bleiben konnten.

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Der Wassertempel Pura Ulun Danu Bratan auf Bali
Wassertempel Pura Ulun Danu Bratan auf Bali

Das letzte Ziel in unserem ersten Jahr als digitale Nomaden war dann schließlich Kuala Lumpur in Malaysia. Hier wohnen wir momentan in einem 41-stöckigen Hochhaus mit Blick auf den Fernsehturm, fast neben den berühmten Petronas Twin Towers. Der große Vorteil Kuala Lumpurs ist die Infrastruktur. Der öffentliche Nahverkehr ist richtig gut ausgebaut und du kommst schnell und günstig durch die Stadt. Fast 50 Einkaufszentren laden zum Shoppen ein und es gibt eine Vielzahl an Supermärkten, die dir deine Lebensmittel direkt vor die Wohnungstür liefern. Trotzdem haben wir wieder einmal gemerkt, dass große Städte mit ihrem Lärm und der schlechten Luft auf Dauer nicht das Richtige für uns sind.

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Wie geht es weiter?

Auch wenn wir in wenigen Wochen zurück nach Europa fliegen, ist unsere Reise keineswegs vorbei. Tatsächlich haben wir schon feste Pläne bis in den April! Nächste Woche werden wir hier in Kuala Lumpur das erste Mal Housesitting ausprobieren und auf zwei kleine Hunde aufpassen deren Frauchen in Urlaub ist. Housesitting spart nicht nur Geld, weil man als Gegenleistung für das Aufpassen auf Haus und Tiere kostenlos wohnen darf, sondern ist auch eine nette Abwechslung zu den unpersönlichen Appartements und Hotels, in denen wir sonst wohnen.

  Housesitting in Kuala Lumpur

Bevor wir dann im Oktober meine Eltern in Deutschland besuchen, fliegen wir noch für einige Tage auf die Insel Penang im Norden Malaysias. Danach steht dann ein weiteres Housesitting in der französischen Normandie an. Dort werden wir fünf Wochen lang auf sechs Hühner, eine Katze und einen Hund aufpassen.

Nach den Weihnachtsfeiertagen, die wir vermutlich bei Sörens Eltern in Deutschland verbringen, geht es auf den Chaos Communication Congress in Hamburg, auf den sich Sören schon das ganze Jahr freut. Und direkt nach Silvester folgt dann ein weiteres Housesitting im Süden Spaniens mit zwei Kätzchen. Wir sind also voll ausgebucht! 😉

Wasserspiele im KLCC Park in Kuala Lumpur
Wasserspiele im KLCC Park in Kuala Lumpur

Wir lieben unser momentanes Leben und hoffen, dass wir noch viele Jahre weiter reisen können.
Danke an Alle, die uns hier in unserem Blog auf unserer Reise begleitet haben!


Falls dir dieser Artikel gefallen hat, interessiert dich vielleicht auch der Rückblick auf unser zweites Jahr als digitale Nomaden!

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Lena

Lena

Lena (28) ist studierte Soziologin und hat zuletzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Mannheim gearbeitet. Seit September 2015 ist sie als digitale Nomadin auf Weltreise. Mehr erfährst du hier.

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