Unser zweites Jahr als digitale Nomaden

Das zweite Jahr als digitale Nomaden

Wir feiern unser zweites Jahr als digitale Nomaden! Seit genau 730 Tagen sind wir heute als Weltreisende unterwegs – mit Rucksack, Laptop und seit Neustem mit einem eigenen Auto.

Insgesamt haben wir in den letzten 12 Monaten neun Länder bereist: acht davon in Europa, eines in Asien. Wir waren als Housesitter in Malaysia, Frankreich, Spanien und Portugal und sind fast 3.500 Kilometer mit dem Auto gefahren.

Malaysia

Kuala Lumpur

Blick über das nächtliche Kuala Lumpur
Blick über das nächtliche Kuala Lumpur

Zu Beginn unseres zweiten Jahres als digitale Nomaden haben wir noch mitten im Goldenen Dreieck in Kuala Lumpur gewohnt. Auch wenn die Millionenstadt definitiv ihre Vorzüge hatte (Lieferdienste ohne Ende, mehr als 50 Shopping Malls, eine Laufstrecke direkt unter den Petronas Türmen,..), waren wir froh dem Lärm und der Hektik nach einer so langen Zeit wieder zu entkommen.

  Kuala Lumpur für Digitale Nomaden
  Wohnungssuche in Kuala Lumpur
  Refotografie in Kuala Lumpur
  6 Dinge, die du in Kuala Lumpur erleben kannst

Housesitting in Kuala Lumpur
Housesitting in Kuala Lumpur

In dem wesentlich ruhigeren Vorort Subang Jaya haben wir dann endlich zum ersten Mal Housesitting ausprobieren können. Diese Erfahrung war nicht nur wichtig für uns, um herauszufinden, ob uns dieser Lebensstil gefällt oder nicht. Dank einer sehr guten Bewertung von Hausbesitzerin Rachel hatten wir nun auch bessere Chancen bei der Suche nach weiteren Housesits in Europa!

  Housesitting in Kuala Lumpur

Penang

Der Kek Lok Si Tempel in Penang
Der Kek Lok Si Tempel auf Penang

Die kleine Insel Penang im Norden Malaysias haben wir hauptsächlich besucht, weil sie für ihr besonders gutes Essen berühmt ist. Verglichen mit der riesigen Auswahl Kuala Lumpurs oder den vegetarischen Leckereien in Ubud fanden wir Penang allerdings etwas enttäuschend.

Generell gibt es in Penang viel zu sehen und zu unternehmen, wie beispielsweise eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Penang Hill, einen Besuch im Botanischen Garten oder einer Fototour entlang der überall präsenten Streetart. Auch den chinesisch-buddhistischen Kek Lok Si Tempel solltest du nicht verpassen!

Die Seilbahn, die auf den Penang Hill fährt.
Die Seilbahn, die auf den Penang Hill fährt.

Frankreich

Chêneduit

Housesitting in Chenedouit
Housesitting in Chênedouit

In Chênedouit, in der französischen Normandie, haben wir einen wunderschönen Herbst verbracht. Fünf Wochen lang haben wir hier als Housesitter auf Hund Charly und Katze Harry sowie einige Hühner aufgepasst. Auch wenn wir uns erst wieder an die europäische Kälte im November gewöhnen mussten, waren die morgendlichen Spaziergänge durch den taunassen Klee mit Charly eines meiner absoluten Highlights des vergangenen Jahres.

Charly, einer unserer Schützlinge in Chenedouit
Schützling Charly

Mont-Saint-Michel

Mont-Saint-Michel
Mont-Saint-Michel

Den schönsten Ausflug in Frankreich haben wir zum Mont-Saint-Michel unternommen. Nicht umsonst kommen hier jährlich 3,5 Millionen Touristen vorbei. Die auf einem kleinen Hügel errichtete Abtei, die bei Flut vom Meer umspült wird, ist wirklich beeindruckend! Und auch das nasskalte, stürmische Novemberwetter hat gut zu der trutzigen Burg gepasst.

Schweiz

Zürich

Der Zürisee in der Schweiz
Der Zürisee in der Schweiz

Kurz vor Weihnachten haben wir noch einen alten Freund von Sören in Zürich besucht. Wenn die Schweiz nicht so furchtbar teuer wäre, könnten wir es dort auch gut länger aushalten.

Deutschland

Hannover

Weihnachten in Hannover
Weihnachten in Hannover

Dieses Jahr haben wir Weihnachten wieder bei Sörens Familie in Deutschland verbracht. Mit ordentlicher Kälte und traditionell geschmücktem Tannenbaum kam doch irgendwie mehr Weihnachtsstimmung auf als letztes Jahr in Thailand. 😉

Hamburg

33C3 in Hamburg
33C3 in Hamburg

Ein weiteres Highlight unseres Jahres war der 33. Hacker-Kongress des Chaos Communication Club in Hamburg. Jedes Jahr zwischen Weihnachten und Silvester treffen sich dort Hacker, Bastler und Technikinteressierte für Vorträge und Workshops. Unsere Tickets für 2017 haben wir schon.

Niederlande

Utrecht

Gracht in Utrecht
Gracht in Utrecht

Wegen schlechten Wetters ist kurz vor Silvester zum ersten Mal auf unserer bisherigen Reise einer unserer Flüge ausgefallen. Eigentlich wollten wir schon am 30. Dezember in Amsterdam ankommen. Stattdessen hat uns Eurowings dann eine Nacht im Radisson Blu am Flughafen Hamburg spendiert.

Trotz der Verzögerung haben wir es rechtzeitig zu Silvester nach Utrecht geschafft. Zuletzt waren wir hier 2010 für mein Auslandssemester und es war sehr schön, einige Orte noch einmal zu besuchen und frische Olie Bollen – das traditionelle Silvestergebäck der Holländer – zu essen.

Spanien

Venta Micena

Auch in Venta Micena waren wir wieder als Housesitter unterwegs. Das kleine Dorf im Süden Spaniens ist im Winter fast ausgestorben. Dafür hat uns ein ganzes Rudel freilaufender Katzen Gesellschaft geleistet.

  Housesitting in Venta Micena
  Ausflüge im Süden Spaniens

Zu den schönsten Ausflügen in unseren drei Monaten in Spanien gehört auf jeden Fall die Alhambra in Granada, aber generell ist Andalusien ein wunderschönes Reiseziel – auch im Winter!

Blick auf die Außenmauern der Alhambra
Blick auf die Außenmauern der Alhambra

Polen

Warschau

Am positivsten überrascht hat uns dieses Jahr wohl Warschau. Als wir unsere Route geplant haben, hatten wir kaum eine Vorstellung davon, wie viel es in Polens Hauptstadt zu sehen gibt. Alleine in der historischen Altstadt könnte man Tage verbringen.

Kostenlose, professionelle Stadtführungen informieren über das jüdische Ghetto, den Zweiten Weltkrieg oder das alternative Viertel Praga. In der Neustadt gibt es hippe Cafés und Restaurants, einen schön angelegten botanischen Garten und zahlreiche ausgezeichnete Museen.

  5 Tage in Warschau
  Mit dem Nachtzug von Warschau nach Lemberg

Ukraine

Lemberg

Nachdem wir in Spanien im März schon den ersten Sonnenbrand des Jahres hatten, hat uns an Ostern die Kälte in Lemberg doch noch einmal eingeholt. Bei der Planung hatten wir gar nicht groß darüber nachgedacht, dass die Temperaturen im April in der Ukraine erst langsam zweistellig werden. In den ersten Wochen waren wir sehr glücklich, dicke Winterkleidung im Gepäck gehabt zu haben!

Trotz der Unruhen im Osten der Ukraine ist Lemberg ein absolut zu empfehlendes Reiseziel mit freundlichen, weltoffenen Menschen und einer hohen Lebensqualität. Vom Krieg merkt man hier außer gelegentlichen Gedenkveranstaltungen oder einigen Soldaten in der Stadt gar nichts.

Auch kulturell gibt es in Lemberg einiges zu entdecken. Regelmäßig finden Veranstaltungen auf dem Rynok-Platz statt, es gibt eine wunderschöne UNESCO-geschützte Altstadt und auch die Aufführungen im historischen Open- und Balletttheater können wir empfehlen.

Eine umfunktionierte Straßenbahn in Lemberg
Eine umfunktionierte Straßenbahn in Lemberg

Generell ist Lemberg im Sommer ein fast perfekter Ort für digitale Nomaden. Die Lebenshaltungskosten sind fast mit Südostasien zu vergleichen, es gibt viele Cafés zum Arbeiten und das Internet ist stabil und schnell. Nur das Meer ist etwas zu weit weg. 😉

  Unsere Lieblings-Restaurants in Lemberg

Weitere Artikel zu Lemberg folgen in den nächsten Wochen.

Tschernobyl

Ortseingang Tschernobyl
Ortseingang Tschernobyl

Von Kiew aus haben wir als letzten Stop in der Ukraine an einer Tagestour nach Tschernobyl teilgenommen. In einer Kolonne aus vier Reisebussen wurden wir in die Sperrzone gefahren und haben dort verschiedene Orte besichtigt, die nach der Katastrophe von 1986 evakuiert wurden.

Zurückgelassene Gasmaske in Tschernobyl
Zurückgelassene Gasmaske in Tschernobyl

Zu den bekanntesten Etappen der Tour gehört ein Kindergarten, eine Sporthalle mit olympischem Pool und die Geisterstadt Prypjat mit ihrem Riesenrad – alles natürlich vollkommen verwaist und verfallen. Auch dem „Unglücksrekator“ Nummer 4 sind wir ziemlich nahe gekommen. Bis auf ca. 100 Meter darf man an das Gebäude ran und ein Foto aus einem exakt festgelegten Winkel schießen.

Ein detaillierter Artikel zur Tschernobyl-Tour folgt in den nächsten Wochen.

Roadtrip von Deutschland nach Portugal

Unser Auto - ein erstaunlich zuverlässiger und gemütlicher Citröen C5 im zarten Alter von 12 Jahren.
Unser Auto – ein erstaunlich zuverlässiger und gemütlicher Citroen C5 im zarten Alter von 12 Jahren.

Für unseren aktuellen Housesit in Zentral-Portugal war ein Auto unerlässlich. Die Quinta („Weingut“ oder „Bauernhof“) liegt nämlich so weit ab vom Schuss, dass wir dort ohne ein eigenes Transportmittel einfach nicht leben könnten. Wie es der Zufall so will, hatten Sörens Eltern gerade einen alten Citroen abgemeldet, den sie uns einfach geschenkt haben (DANKE!).

Meribel in den französischen Alpen
Méribel in den französischen Alpen

Mit unserem neuen Eigentum sind wir Ende Mai in Hannover gestartet. Knapp zwei Wochen später waren die Schweiz, Frankreich und Spanien durchquert, die Alpen und die Pyrenäen überwunden und es standen mehr als 3.500km mehr auf dem Tacho unseres treuen Gefährts.

Nizza an der Côte d'Azur
Nizza an der Côte d’Azur

Übernachtet haben wir während unseres Roadtrips hauptsächlich in Airbnb-Wohnungen. Auf der Suche nach günstigen Unterkünften, die grob auf unserem Weg liegen, haben wir einige wirklich interessante Orte entdeckt.

Das französische Städtchen Pau an der Grenze zu Portugal beispielsweise hatte eine erstaunlich schöne Innenstadt und ein richtig mediterranes Feeling. Im Skiort Méribel, den wir im Sommer fast für uns alleine hatten, kann man auch ohne Schnee tolle Wanderungen durch die Alpen machen. Und im spanischen Ribadavia ist auf einmal eine Prozession aus knapp 100 Einwohnern an unseren Fenstern entlang gezogen.

Diese Zufallsfunde haben die Fahrt so abwechslungsreich und unvorhersehbar gemacht, dass wir uns schon auf die neuen Orte freuen, die wir auf dem Rückweg entdecken werden.

Fast am Ziel: Sören in Porto
Fast am Ziel: Sören in Porto

Ein ausführlicher Bericht zu unserem Roadtrip folgt.

Portugal

Pedrogao Pequeno

Mindestens zwei Stunden sind wir täglich mit Gießen beschäftigt.

Seit Juni sind wir für unseren bislang anspruchsvollsten Housesit in Pedrogao Pequeno, in der Nähe der großen Stauseen in Zentral-Portugal. Ein drei Hektar großes Grundstück mit nahezu allem Obst und Gemüse, das man sich vorstellen kann, will hier bewirtschaftet werden. Dazu kommen sieben Hühner und zwei Katzen. So viel hatten wir als Housesitter noch nie zu tun, aber die Arbeit im Garten ist auch sehr belohnend.

Einer der größten Vorteile des Landlebens sind die frischen Eier unserer Hühnchen, die einfach so viel besser als Eier aus dem Supermarkt schmecken. Auch Obst und Gemüse schmecken ohne die langen Transportwege so viel besser. Dafür muss man sich eben nach der Natur richten und die Dinge dann genießen, wenn sie verfügbar sind.

Rauch der Waldbrände hinter unserer Quinta in Pedrogao Pequeno während des Sonnenuntergangs
Rauch der Waldbrände hinter unserer Quinta in Pedrogao Pequeno während des Sonnenuntergangs

Auf die häufigen Waldbrände in der Region könnten wir allerdings gut verzichten. Nur wenige Stunden nach unserer Ankunft ist im wenige Kilometer entfernten Pedrogao Grande das verheerendste Feuer seit Beginn der Aufzeichnungen ausgebrochen. 64 Menschen kamen dabei ums Leben. Auch wenn wir außer viel Rauch und Ascheregen nichts abbekommen haben, gehört der Blick auf die Feuerkarte nun zu den ersten Aktionen eines jeden Tages.

Ausblick

Zu einem Rückblick gehört ja üblicherweise auch ein Ausblick auf die kommende Zeit. Das ist diesmal allerdings gar nicht so einfach. Wie lange wir noch in Portugal sind, steht noch nicht ganz fest – auf jeden Fall aber bis November. Im Dezember steht außerdem Weihnachten mit der Familie und der Chaos Communication Congress in Leipzig an. Aber davon abgesehen haben wir keine konkreten Pläne. Wir werden euch auf dem Laufenden halten, wohin es uns verschlägt!


Vielleicht interessiert dich auch der Rückblick auf unser erstes Jahr als digitale Nomaden.

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Lena

Lena

Lena (28) ist studierte Soziologin und hat zuletzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Mannheim gearbeitet. Seit September 2015 ist sie als digitale Nomadin auf Weltreise. Mehr erfährst du hier.

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