Visa-Run von Chiang Mai nach Mae Sai

Wenn du länger in Thailand bleiben möchtest, als dir dein Visum erlaubt, ist ein Visa-Run in ein Nachbarland die günstigste und schnellste Möglichkeit, um deinen Aufenthalt legal zu verlängern.

Ein Visa-Run, auch Border-Run genannt, ist eine Fahrt zur nächstgelegenen Grenze mit dem alleinigen Ziel, dort aus Thailand aus- und sofort wieder einreisen zu können. Möglich ist ein Visa-Run seit einiger Zeit nur noch, wenn du ein Visum mit mehrfacher Einreiseerlaubnis hast. Bei der Rückkehr nach Thailand wird so einfach eine neue Einreise in deinen Reisepass gestempelt. An Grenzorten können keine neuen Visa beantragt werden.

Wenn du dich im Norden Thailands aufhältst, ist die Grenze zwischen Mae Sai (Thailand) und Tachileik (Myanmar) am Besten zu erreichen. Die Fahrt mit einem Minivan dauert etwa 3-4 Stunden pro Strecke.

Buchung eines Visa-Runs

Buchen kann man einen Visa-Run eigentlich an jeder Ecke. In Touristen-Informationen und oft auch in Cafés oder Hotels liegen Flyer von verschiedenen Agenturen aus. Für die Fahrt nach Mae Sai und wieder zurück nach Chiang Mai haben wir Preise zwischen 600 und 1200 Baht gesehen. Statt einem Minivan kannst du oft auch einen privaten Fahrer engagieren, was aber deutlich mehr kostet.

Wir haben einige Tage vor Ablauf unserer Visa zwei Plätze in einem Minivan für je 650 Baht auf www.chiangmaivisarun.com reserviert. Der Bus war nicht der modernste, aber das kann man für den Preis wohl auch nicht erwarten.

Visa-Run von Chiang Mai nach Mae Sai
Visa-Run von Chiang Mai nach Mae Sai

Ablauf eines Visa-Runs

Unser Visa-Run beginnt früh morgens: zwischen 7:15 und 7:30 Uhr sollten wir von der nächsten Hauptstraße abgeholt werden. Tatsächlich warten wir, typisch für Thailand, knapp eine Stunde, bis der Minivan kommt. Wesentlich komfortabler wäre es gewesen, wenn wir direkt von unserer Unterkunft abgeholt worden wären, aber das würde eben auch die Fahrtzeit noch weiter verlängern.

Wir sind das einzige junge Pärchen im Minivan. Außer uns fahren an diesem Tag nur alleinreisende Männer zur burmesischen Grenze, die meisten davon über 50 und mit grauen Haaren. Die Fahrt verläuft trotz der vielen Kurven und der gewagten Überholmanöver des Fahrers ruhig und entspannt. Wir schlängeln uns durch eine eher kahle Landschaft und sehen außer gelegentlichen Waldbränden kaum etwas Interessantes.

Schon nach etwa eineinhalb Stunden biegen wir auf eine holprige Seitenstraße ab und halten kurz darauf vor einem Restaurant, das hauptsächlich als Raststätte zu dienen scheint. Die (kostenlosen) Toiletten sind sauber und man kann es sich auch ohne etwas zu kaufen auf den Sofas gemütlich machen. Unser Fahrer nutzt die Pause, um das Geld für die Tickets einzusammeln und uns über den weiteren Ablauf an der Grenze zu informieren.

An der Grenze

Nach weiteren zwei Stunden Fahrt weicht die kahle Landschaft plötzlich einer Art Shopping-Meile. Links und rechts vom Straßenrand sind Stände und Buden aufgebaut, die typischen Touristen-Krempel verkaufen und es gibt Restaurants, die mit „Toilet“-Schildern werben. Auch der Verkehr hat auf einmal deutlich zugenommen. Überall parken Autos und Minivans, teilweise sogar in dritter Reihe. Am Ende der Straße sehen wir schließlich ein hohes blaues Gebäude: die thailändische Grenzkontrolle.

Auch unser Fahrer hält nun einfach mitten auf der Straße an und lässt uns aussteigen. Zu Fuß gehen wir zur Grenzkontrolle, füllen dort an einem kleinen Tisch unsere Departure Cards aus (Tipp: eigenen Stift mitbringen oder die Karte schon vorher ausfüllen!) und reihen uns in die Warteschlange ein. Knappe 20 Minuten später werden Fotos von uns gemacht und die Ausreise in unsere Pässe gestempelt. Damit haben wir Thailand offiziell verlassen.

Blick auf die Grenze zu Myanmar aus Thailand
Blick auf die Grenze zu Myanmar aus Thailand

Zu Fuß gehen wir nun einige Meter weiter durch ein großes blaues Tor, hinter dem Myanmar beginnt. Diesmal müssen wir nur kurz warten. Direkt hinter dem rechten Torrahmen ist ein kleines, karges Büro eingerichtet, in dem zwei uniformierte Beamte sitzen und erneut unsere Pässe prüfen. Pro Person zahlen wir 500 Baht (zum Glück ist kein Umtausch in burmesische Kyat notwendig) und bekommen direkt Ein- und Ausreise nach Myanmar in die Pässe gestempelt.

Für Sightseeing bleibt uns leider keine Zeit, denn unser Fahrer wartet nur eine Stunde und für die Einreise nach Thailand müssen wir wieder Schlange stehen. Schließlich wird die dritte und letzte Einreise unserer „multiple entry“ Visa eingestempelt und wir dürfen weitere 60 Tage in Thailand bleiben.

Auch die Rückfahrt läuft problemlos, von einigen Staus einmal abgesehen. Erschöpft kommen wir schließlich gegen 18 Uhr wieder in Chiang Mai an.

Fazit

Ein Visa-Run ist eine schnelle und vor allem günstige Alternative zu einer „richtigen“ Ausreise, auch wenn die Fahrt nicht besonders komfortabel ist und einen ganzen Tag in Anspruch nimmt. Insgesamt haben wir für unseren Visa-Run nach Mae Sai 2.300 Baht gezahlt und können dafür wieder zwei Monate (die bei der Immigration um weitere 30 Tage verlängert werden können) in Thailand bleiben.

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Lena

Lena

Lena (28) ist studierte Soziologin und hat zuletzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Mannheim gearbeitet. Seit September 2015 ist sie als digitale Nomadin auf Weltreise. Mehr erfährst du hier.

6 comments

  1. Ich wusste gar nicht, dass Visa Runs in Thailand noch möglich sind. Wurden die kürzlichen Änderungen bei der Visa-Politik mal wieder maßlos übertrieben?

    Wir haben den Visa Run nach Mae Sai zum Anlass genommen Chiang Rai und das goldene Dreieck zu besuchen. Mit dem Roller kommt man gut ab Chiang Rai bis zur Grenze und weiter zum Heroin Museum, Chiang Khong etc.

    Muss man alles nicht sehen, aber wenn man 2 Tage Zeit hat, kann man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

    1. Hi Florian,
      Visa-Runs im klassischen Sinn gibt es soweit ich weiß tatsächlich nicht mehr. Nur wer ein Visa mit mehrfacher Einreise-Erlaubnis hat, kann von diesen kurzen Grenzübergängen noch profitieren. Nach meinen Informationen wird man an diesen Grenzorten sogar gar nicht mehr aus Thailand rausgelassen, wenn man nicht wieder reinkommen würde – es kann also eigentlich nichts schief gehen!
      Deine Tips zu Chiang Rai und dem goldenen Dreieck hören sich interessant an. Wenn wir das nächste Mal im Norden Thailands sind, schauen wir dort sicher mal vorbei. Danke!

  2. Hi Lena,

    danke für den informativen Bericht eures Visa-Runs. Mich würde noch interessieren , was für eine Visa-Art ihr hattet, da ihr nur weitere 60 Tage eingestempelt bekommen habt.
    Ich habe ein Non-Immigrant Visa Typ O-M mit 1 Jahr Gültigkeit und muss jetzt nach 3 Monaten ausreisen, um wieder 3 Monate genehmigt zu bekommen.
    War das bei euch anders?
    Gruß
    Rolf

    1. Hi Rolf,
      wir waren mit klassischen Touristen-Visa unterwegs (mit 3 Einreisen), die wir zuvor in Deutschland bei der thailändischen Botschaft beantragt hatten. Da sind 60 Tage, die man dann noch mal um 30 Tage verlängern darf, das Maximum pro Einreise.
      Welche Voraussetzungen muss man denn für das O-M Visum erfüllen?

      1. Hi Lena,

        eine der Voraussetzungen ist schon mal die Altersgrenze. Du musst mindestens 50 Jahre alt sein und ein geregeltes Einkommen nachweisen, dann bekommst du das Non-Immigrant O-M, das 1 Jahr gültig ist. Hier musst du dann nur alle 3 Monate einen Border-Run machen, um wieder 3 Monate eingestempelt zu bekommen. Das geht so lange wie das Visum gültig ist. Mit meinen 51 Jahren das super geklappt! 🙂

        1. Danke für die Erklärung! Das ist natürlich interessant, aber für uns leider nicht möglich. Da müssen wir noch ein paar Jährchen warten 😉

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