Wohnungssuche in Kuala Lumpur

Wohnungssuche in Kuala Lumpur

Verglichen mit anderen südostasiatischen Ländern ist der Wohnungsmarkt in Kuala Lumpur leider deutlich komplizierter. Immobilienmakler und richtige Mietverträge gehören zur Wohnungssuche fest dazu und die Mietkosten sind vergleichsweise hoch.

Durch die Straßen laufen und nach freien Zimmern fragen, wie es beispielsweise in Thailand üblich ist, funktioniert in Kuala Lumpur auf keinen Fall. Wir haben mehr als eine Woche gebraucht (und hätten unsere Airbnb-Wohnung fast wechseln müssen), um eine möblierte Wohnung für zwei Monate zu finden. Stundenlang haben wir Immobilienportale durchwühlt und mehr als 30 Makler kontaktiert (was hier fast ausnahmslos über WhatsApp läuft!).

Hochhäuser und Fernsehturm in Kuala Lumpur
Hochhäuser und Fernsehturm in Kuala Lumpur

Dabei scheint es keinen Mangel an verfügbaren Wohnungen zu geben. Überall entstehen neue Wohntürme und es gibt täglich neue Inserate. Ein großes Problem ist, dass Kurzzeitmieten (dazu zählt alles bis zu sechs Monaten) bei den Vermietern einfach nicht gerne gesehen sind. Viele Wohnungen sind scheinbar auch nur für Personen einer bestimmten Herkunft vorgesehen. Die meisten unserer WhatsApp Chats begannen nämlich tatsächlich mit der Frage: „What’s your race?“.

Die Lobby in der Parkview Serviced Residence in Kuala Lumpur
Die Lobby in der Parkview Serviced Residence in Kuala Lumpur

Das größte Problem bei unserer Suche war aber, dass wir nicht mehr als 500 Euro für die monatliche Kaltmiete ausgeben, aber trotzdem direkt im Kuala Lumpur City Center leben wollten. Das ist für das Stadtzentrum relativ wenig Geld und hat unsere Suche sicherlich erschwert. Wenn du bereit bist, etwas mehr auszugeben, gibt es eine große Auswahl an hochwertigen Wohnungen mit allen Annehmlichkeiten. Mit unserer heutigen Erfahrung würden wir einfach etwas weiter in die Vororte ziehen – das öffentliche Nahverkehrssystem funktioniert in KL nämlich ziemlich gut.

Als wir dann endlich eine Maklerin gefunden hatten, die zu unserem Budget passte und bereit war uns etwas für ’nur‘ zwei Monate zu vermitteln, konnten wir nicht mehr wählerisch sein. Beide Wohnungen, die sie zur Auswahl hatte, befanden sich in der Parkview Serviced Residence, ein Wohnturm mit 41 Etagen und mehr als 400 Wohneinheiten. Nach einer Nacht Bedenkzeit haben wir uns schließlich für die etwas kleinere, aber besser ausgestattete Wohnung im 8. Stock entschieden.

Parkview Serviced Residence

Die Parkview Serviced Residence besticht hauptsächlich durch die perfekte Lage mitten im Goldenen Dreieck. In wenigen Minuten waren wir an den Petronas Twin Towers, der Suria Mall (mit großem Food Court) und dem KLCC Park. Auch der öffentliche Nahverkehr ist über die LRT-Station KLCC gut zu erreichen. Um das Gebäude herum gibt es mehrere Garküchen, ein Kiosk und einige Bars.

Pool mit Blick über Kuala Lumpur in der Parkview Serviced Residence
Pool mit Blick über Kuala Lumpur in der Parkview Serviced Residence

Auf der obersten Etage der Residence ist ein Fitnessstudio und ein großer Pool mit Blick über die Stadt. Besonders schön ist die Aussicht bei Dämmerung, wenn die Petronas Türme hell erleuchtet sind und die ganze Stadt glitzert. Zum Sonnenbaden war es uns allerdings meistens zu heiß.

Zur Residence gehört außerdem eine Wäscherei, ein Reinigungsservice (10€ für die Reinigung der ganzen Wohnung), und ein winziger Supermarkt im Keller. Die angeblich vorhandene Sauna haben wir nie gefunden – aber wir hatten bei der tropischen Hitze auch kein Bedürfnis noch mehr zu schwitzen.

Blick von der Dachterrasse über die Stadt
Blick von der Dachterrasse über die Stadt

Typisch für Kuala Lumpur ist dass man das Gebäude nur mit Keycard betreten darf und beim ersten Besuch sogar den Ausweis vorzeigen muss. Mit dieser Keycard kommt man mit dem Aufzug dann auch nur in sein eigenes Stockwerk und zum Pool.

1-ZKB Wohnung für 460 Euro

Auf ungefähr 40m² hatte unsere Wohnung eine kleine Küche mit anschließendem Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und ein Bad. Den kleinen Balkon haben wir nur zum Wäschetrocknen benutzt. Pro Monat haben wir für die Wohnung 2.200 RM (also ca. 460 Euro bezahlt) – ohne Nebenkosten. Dazu kommt eine Kaution von 1.100 RM. Für die Lage ein absolutes Schnäppchen!

Schlafzimmer mit kleinem Balkon und Wäschetrockner
Schlafzimmer mit kleinem Balkon und Wäschetrockner

Mit einer Waschmaschine, einem Trockner, einem großen Fernseher und zwei Klimaanlagen war die Wohnung auch vergleichsweise gut ausgestattet. Allerdings ist die Einrichtung schon etwas in die Jahre gekommen. Der Staubsauger und die Stereoanlage haben beispielsweise schon nicht mehr funktioniert, aber es gab niemanden, der sich darum gekümmert hätte. Auch die Toilette hat immer wieder Probleme gemacht und sämtliche Abflüsse haben gestunken.

Küchenzeile mit Esstisch
Küchenzeile mit Esstisch

Kurz nach Einzug haben wir noch einen Abstecher zu Ikea gemacht, um einige Kleinigkeiten für Küche und Bad dazu zu kaufen. Für knapp 30 Euro hatten wir dann die nötigsten Utensilien zusammen.

Nebenkosten

Zusätzlich zu den Ausgaben für die Miete kommen noch die Nebenkosten dazu. Jeweils zur Monatsmitte landeten Strom- und Wasserrechnungen in unserem Briefkasten, die unsere Maklerin dann in Bar einkassiert hat. Dieses etwas umständliche Verfahren scheint in KL so üblich zu sein.

Badezimmer inn der Parkview Residence
Badezimmer inn der Parkview Residence

Noch umständlicher war das Anmelden eines Internetzugangs. Wir mussten einen eigenen Vertrag abschließen, einen Termin mit einem Techniker vereinbaren und ein Modem mieten. Einfacher wäre es gewesen, wenn das Internet über das Haus bereit gestellt worden wäre. Eine 16 Mbit/s Leitung, aus der aber wesentlich weniger kam, kostet ca. 40 Euro. In anderen Wohnungen ist deutlich günstigeres und schnelleres Internet verfügbar.

Airbnb statt Makler!

Wenn du nicht für mindestens drei Monate (besser sechs) in Kuala Lumpur bleiben möchtest, empfehlen wir auf jeden Fall Airbnb! Mit unserem Referral-Link bekommst du sogar 20€ geschenkt. Die Kosten sind zwar höher als für eine Wohnung vom freien Markt, aber der Stress steht einfach nicht im Verhältnis zur Ersparnis.

 


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Welche Erfahrungen hast du mit dem Wohnungsmarkt in Kuala Lumpur gemacht? Gibt es einen besseren Weg, an eine günstige und zentrale Wohnung zu kommen? Lass uns einen Kommentar da!

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Lena

Lena

Lena (28) ist studierte Soziologin und hat zuletzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Mannheim gearbeitet. Seit September 2015 ist sie als digitale Nomadin auf Weltreise. Mehr erfährst du hier.

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